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Genealogie Hohenems  – was ist das?

Seit bald 25 Jahren wird in Hohenems und Innsbruck systematisch biographische Forschung zu den jüdischen Gemeinden in Tirol und Vorarlberg betrieben, deren Zentrum lange Zeit die Hohenemser Kultusgemeinde darstellte.

Seit über 10 Jahren tauscht das Museum mit den Nachfahren der Hohenemser Juden intensiv Informationen über die in der „Hohenemser Diaspora“ lebenden Familien aus. So sind große genealogische Datenbanken entstanden, die den Überblick über die Biographien von über 14000 Menschen schaffen, die über Jahrhunderte hier ihren Lebensmittelpunkt oder einen Fokus ihres Familiennetzwerkes hatten.

Die Hohenemser Forschungen nahmen ihren Ausgangspunkt in der epochalen Veröffentlichung von Rabbiner Aron Tänzer. Er hatte um 1900 akribisch alles zusammengetragen, was zu den bereits aus Hohenems abwandernden Familien zu erfahren war. Dazu kamen Forschungsprojekte im Vorfeld der Errichtung des Museums und wissenschaftliche Arbeiten zu den Matriken, die für Hohenems ab ca. 1780 erhalten sind.

In Innsbruck forschten am Institut für Zeitgeschichte Prof. Thomas Albrich und seine Studenten, um sich zunächst einen Überblick über die Verfolgungen im 3. Reich zu erarbeiten. Vom „Anschluss“ 1938 rückwärts (die Innsbrucker Gemeinde entstand als solche weitgehend erst nach 1867) wurden Matriken, Meldezettel, Einwanderungsakten und andere Massenquellen durchforstet; für die Zeit der Shoah die Dokumente der Vernichtungsstätten und die Verfolgungsakten in Innsbruck und Wien. Dadurch sind auch die Tiroler Juden nun über diese Genealogiedatenbank erschlossen.

Die Nachkommen, speziell jene die sich nach Hohenems zugehörig fühlen, haben bereits viel dazu beigetragen, die Lücken der Stammbäume im 20. Jahrhundert zu schließen. Neue Forschungsprojekte machen sich auf die Suche nach den Nachkommen in weiblicher Linie. Auch die historisch einst zu Hohenems gehörende Meraner Kultusgemeinde und die übrigen Südtiroler Juden kommen nun nach und nach dazu. Das gleiche gilt für die Juden in Liechtenstein.

Diese biographischen Daten sollen nun hier – natürlich unter Wahrung der Datenschutz-Interessen lebender Personen – für Familienforscher aus aller Welt zugänglich gemacht werden.

Genealogie ist immer „work in progress“, deshalb verfolgt die Publikation auch das Ziel, an neue, bessere oder gänzlich unbekannte Details unseres Interessensgebietes zu kommen.

Wenn Sie eine Information für uns haben, die hier fehlt oder falsch zu sein scheint: Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

 

Das Team des Jüdischen Museums Hohenems

 

 

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