Kay Boyle

weiblich 1902 - 1992  (90 Jahre)


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  • Name Kay Boyle 
    Geboren 19 Feb 1902  Saint Paul, Minnesota, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht weiblich 
    Occupation/Beruf Schriftstellerin, Journalistin 
    Lebenslauf Kay Boyle wurde am 19. Februar 1902 als Tochter eines erfolgreichen Anwalts in Saint Paul, Minnesota, geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit an der Ostküste der Vereinigten Staaten und lernte auf Reisen mit ihrer Familie bereits in jungen Jahren Europa kennen. Später ließ sich die Familie Boyle in Cincinnati nieder, wo Kay Architektur an der New Yorker Parson’s School of Fine and Applied Arts, Violine am Cincinnati Conservatory of Music studierte und sich nebenher ihren Lebensunterhalt als Telefonistin und Kassiererin verdiente. 1922 arbeitete Kay in New York als Kolumnistin bei einer kleinen Zeitschrift. Im selben Jahr heiratete sie den französischen Ingenieur Richard Brault und zog ein Jahr darauf mit ihrem Mann in die Bretagne. Sehr bald gehörte sie dem Freundeskreis um Samuel Beckett, Nancy Cunard, William Carlos Williams, James Joyce, Archibald MacLeish, Hart Crane und Robert McAlmon an.
    Das Ehepaar trennte sich im Jahr 1926 und Boyle zog nach Grasse, wo sie mit dem Dichter Ernest Walsh zusammenlebte. Walsh hatte gerade die beiden ersten Nummern der avantgardistischen Literaturzeitschrift This Quarter herausgegeben. Er starb im Oktober 1926 an Schwindsucht und die schwangere Boyle zog nach Paris. Ihre frühen Gedichte und Kurzgeschichten erschienen neben Arbeiten von Ezra Pound, Gertrude Stein, Carl Sandburg und Ernest Hemingway in Avantgarde-Literaturzeitschriften von Nancy Cunard, Janet Flanner und Sylvia Beach.
    1932 heiratete die Schriftstellerin Laurence Vail, mit dem sie drei Töchter haben wird. Man lebte abwechselnd in Frankreich, England und Österreich. Vail war ein dadaistischer Bildhauer und Maler und der Ex-Ehemann von Peggy Guggenheim. Vor dem Hintergrund von Faschismus und Nationalsozialismus in den 1930er Jahren machte Kay Boyle die Gegenwartsgeschichte zu ihrem Thema. In Österreich wurde sie in den Jahren 1933 bis 1936 Augenzeugin der Ereignisse im benachbarten Deutschland und thematisierte den Nationalsozialismus. 1941 verließ Kay Boyle mit ihrer Familie, mit der sie seit 1937 im französischen Megève lebte, das kriegsgeschüttelte Europa und kehrte in die Vereinigten Staaten zurück. Nach der Scheidung von ihrem zweiten Mann heiratete Boyle 1943 den deutsch-österreichischen Altphilologen Joseph Freiherr von und zu Franckenstein, mit dem sie später zwei Kinder hatte. Ihr Ehemann hatte Österreich kurz nach dem Anschluss 1938 verlassen und arbeitete nun im US-amerikanischen State Department. Die Freifrau von und zu Franckenstein veröffentlichte Romane über die deutsche Besetzung Frankreichs und die Résistance und schrieb für verschiedene amerikanische Zeitungen.
    Im Jahre 1946 kehrte Kay Boyle als Auslandskorrespondentin für den The New Yorker nach Europa zurück mit dem Auftrag über Deutschland zu berichten. Sie weigerte sich allerdings zunächst, in Deutschland zu leben und ging mit ihrer Familie nach Paris, von wo aus sie zu Recherchereisen nach Deutschland fuhr. Erst im Mai 1948 übersiedelte sie mit ihren drei jüngsten Kindern nach Marburg, wo ihr Mann für die Militärregierung als Presseoffizier arbeitete. Ende 1948 zog die Familie nach Frankfurt am Main, wo ihr Mann Die neue Zeitung, eine deutschsprachige Zeitung der Amerikaner herausgab.
    1953 wurde ihr Ehemann auf Veranlassung von Roy Cohn aus seiner Stellung in der Public Affairs Division des U.S. State Department entlassen und auch Kay Boyle wurde ein Opfer des McCarthyismus. Sie verlor nicht nur ihre Stelle als Auslandskorrespondent des New Yorker, sondern konnte für die meisten wichtigen Publikationen nicht mehr arbeiten.
    Die Familie ließ sich in Connecticut nieder und ihr Ehemann Joseph Freiherr von und zu Franckenstein unterrichtete an einer Privatschule für Mädchen. Nach seiner Rehabilitierung entsandte ihn das Außenministerium nach Persien, er wurde Kulturattaché in Teheran. Er erlag 1963 einer schweren Krankheit. Kay Boyle engagierte sich politisch in der Bürgerrechtsbewegung NAACP und für Amnesty International. Sie unternahm Reisen, unter anderem 1966 nach Kambodscha und immer wieder nach Irland, ihrer „geistigen Heimat“. Sie lehrte von 1963 bis 1979 kreatives Schreiben an der San Francisco State University.
    Kay Boyle starb am 27 Dezember 1992 in Mill Valley in Kalifornien. 
    Gestorben 27 Dez 1992  Mill Valley, California, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Notizen 
    Personen-Kennung I23083 
    Zuletzt bearbeitet am 13 Sep 2015 

    Familie 1 Richard Brault 
    Geschieden 1926 
    Zuletzt bearbeitet am 13 Sep 2015 
    Familien-Kennung F1018  Familienblatt

    Familie 2 Ernest Walsh 
    Verheiratet Typ: nicht verheiratet 
    Kinder 
     1. Lebend
    Zuletzt bearbeitet am 13 Sep 2015 
    Familien-Kennung F1020  Familienblatt

    Familie 3 Laurence Vail,   geb. 28 Jan 1891, Paris, Ile-de-France, Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 16 Apr 1968, Cannes, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 77 Jahre) 
    Verheiratet 1932 
    Geschieden um 1943 
    Kinder 
     1. Apple Joan Vail,   geb. 1929, Paris, Ile-de-France, Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 1988, Miami, Florida, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 59 Jahre)
     2. ? Vail
     3. ? Vail
    Zuletzt bearbeitet am 13 Sep 2015 
    Familien-Kennung F1016  Familienblatt

    Familie 4 Joseph Freiherr von und zu Franckenstein 
    Verheiratet 1943 
    Kinder 
     1. ? Freiherr von und zu Franckenstein
     2. ? Freiherr von und zu Franckenstein
    Zuletzt bearbeitet am 13 Sep 2015 
    Familien-Kennung F1019  Familienblatt

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