Heymann (Chajim) Steinthal

Heymann (Chajim) Steinthal

männlich 16 Mai 1823 - 14 Mrz 1899  (76 Jahre)

Angaben zur Person    |    Medien    |    Ereignis-Karte    |    Alles    |    PDF

  • Name Heymann (Chajim) Steinthal 
    Geboren 16 Mai 1823  Gröbzig, Sachsen-Anhalt, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Occupation/Beruf Philosoph, Philologe 
    Lebenslauf Heymann Steinthal wurde am 16. Mai 1823 in Gröbzig als Sohn von David und Henriette Steinthal geboren. Er studierte Sprachwissenschaft und Mythologie an der Universität Berlin (heute Humboldt-Universität zu Berlin), wo er 1850 zum Privatdozenten für Philologie und Mythologie ernannt wurde. Während seines Studiums beschäftigte er sich besonders mit den Theorien Wilhelm von Humboldts, dessen Sprachwissenschaftliche Werke er später im Jahre 1884 verlegte. Von 1852 bis 1855 zog es Steinthal nach Paris, wo er sich hingebungsvoll seinen Untersuchungen zur chinesischen Sprache widmete. 1863 erhielt er eine außerordentliche Professur in Berlin. 1869 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Ab 1872 arbeitete Steinthal zusätzlich als Dozent für Religionsphilosophie und die kritische Historie des Alten Testaments an der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums. Zusammen mit seinem Freund und Schwager Moritz Lazarus veröffentlichte er schon 1860 die Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, womit die beiden den Grundstein für die neue, im Titel erstgenannte Wissenschaft legten. Des Weiteren war Steinthal ab 1883 einer der Direktoren des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und als solcher verantwortlich für die Abteilung Religionslehre in verschiedenen kleinen Gemeinden. Heymann Steinthal starb am 14. März 1899 in Berlin.
    Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.

    Werke:
    - Die Sprachwissenschaft Wilhelm von Humboldts und die Hegel'sche Philosophie. Berlin 1848
    - Die Classifikation der Sprachen dargestellt als die Entwickelung der Sprachidee, Berlin 1850 (unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-8102-1131-1); erschien auch 1860 in einer vom Autor und Misteli überarbeiteten und erweiterten Version unter dem Titel Charakteristik der hauptsächlichen Typen des Sprachbaues als 2. Band im Abriss der Sprachwissenschaft. Berlin 1893
    - Der Ursprung der Sprache im Zusammenhang mit den Letzten Fragen Alles Wissens. Berlin 1851 (4. erweiterte Auflage 1888)
    - Die Entwicklung der Schrift. Berlin 1852
    - Grammatik, Logik, Psychologie. Ihre Prinzipien und Ihre Verhältniss zu Einander. Berlin 1855
    - Geschichte der Sprachwissenschaft bei den Griechen und Römern. Berlin 1863 (2. Auflage 1889–1890/91)
    - Philologie, Geschichte und Psychologie in Ihren gegenseitigen Beziehungen. Berlin 1864
    - Die Mande-Negersprachen, psychologisch und phonetisch betrachtet. Berlin 1867
    - Abriss der Sprachwissenschaft. Band in Einleitung in die Psychologie und Sprachwissenschaft. Berlin 1871 (2. Auflage 1881)
    - Allgemeine Ethik. Berlin 1885
    - Zu Bibel und Religionsphilosophie. Berlin 1890 (neue Serie 1895); besteht größtenteils aus in der Gesellschaft der Freunde vorgetragenen Referaten zu Gunsten der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums
    - Gesammelte kleine Schriften. 1. Band, Berlin 1880

    Literatur:
    - Thomas Achelis: Heymann Steinthal. Verl.-Anst. und Dr. A.-G., Hamburg 1898 (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
    - Matthias Aumüller: Innere Form und Poetizität. Die Theorie Aleksandr Potebnjas in ihrem begriffsgeschichtlichen Kontext. Peter Lang, Frankfurt/M. 2005.
    - Hartwig Wiedebach und Annette Winkelmann (Hrsg.): Chajim H. Steinthal. Sprachwissenschaftler und Philosoph im 19. Jahrhundert = Chajim H. Steinthal. Linguist and Philosopher in the 19th Century. Studies in European Judaism, 4. Brill, Leiden, Boston und Köln 2002, ISBN 90-04-12645-7
    - Rudolf Lassahn: Steinthal, Heymann. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 10, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X, Sp. 1335–1338.
    - Steinthal, Hermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 54. Duncker & Humblot, Leipzig 1908, S. 467–474.

    Quelle
    http://de.wikipedia.org/wiki/Heymann_Steinthal (Stand: 16.3.2013) 
    Gestorben 14 Mrz 1899  Berlin, Berlin, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I16077 
    Zuletzt bearbeitet am 16 Mrz 2013 

    Vater David Steinthal,   gest. 1832 
    Mutter Henriette Heinemann 
    Familien-Kennung F33022  Familienblatt

    Familie Jeanette Lazarus,   geb. 1840,   gest. 1925  (Alter 85 Jahre) 
    Kinder 
     1. Agathe Steinthal
    +2. Irene Bona Steinthal,   geb. 1873,   gest. 15 Apr 1943, KZ Theresienstadt (Terezin), Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 70 Jahre)
     3. David Steinthal
    Zuletzt bearbeitet am 16 Mrz 2013 
    Familien-Kennung F33019  Familienblatt

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeboren - 16 Mai 1823 - Gröbzig, Sachsen-Anhalt, Deutschland Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsGestorben - 14 Mrz 1899 - Berlin, Berlin, Deutschland Link zu Google Earth
     = Link zu Google Maps 
     = Link zu Google Earth 
    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos
    Heymann Steinthal
    Heymann Steinthal
    Heymann Steinthal




Diese Website läuft mit programmiert von