Dr. med. Hugo Schüller

männlich 1875 - 1968  (93 Jahre)


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  • Name Dr. med. Hugo Schüller 
    Titel Dr. med. 
    Geboren 1875  Brno (Brünn), Jihomoravský kraj (Mähren), Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Residence von 1875 bis 1893  Brno (Brünn), Jihomoravský kraj (Mähren), Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Education von 1894 bis 1899  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Studium der Medizin 
    Residence von 1894 bis 1938  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Emigration 1938  London, England, Großbritannien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Flucht vor NS-Verfolgung 
    Event von 1938 bis 1939  Isle of Man, Großbritannien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Internierung als "feindlicher Ausländer"  
    Residence bis 1938  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Emigration 1939  New York City, New York, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Religion Konversion, getauft (evangelisch-lutherisch) 
    Lebenslauf Hugo Schüller wurde 1875 in Brünn als Sohn von Sigmund Schüller und Emma Kohn geboren. Er besuchte die Mittelschule und maturierte 1893. An der Wiener Universität nahm er das Medizinstudium auf und promovierte dort im Jahr 1899.
    In der Folge absolvierte er eine urologische Ausbildung bei Otto Zuckerkandl am Rothschildspital. 1905 hatte er das Rotschildspital wieder verlassen. Schüller bezeichnet sich in diesem Jahr in einer Arbeit („Kasuistisches zur Frage der sogenannten essentiellen Nierenblutung“) als „gewes. I. Sekundararzt der chirurgischen Abteilung des Spitals der Rothschildstiftung zu Wien“. Er war – im heutigen Sinn – Oberarzt, denn Ärzte außerhalb der Klinik durften nicht den Titel „Assistent“ führen, sondern nur den eines Sekundararztes.
    Hugo Schüller heiratet Lili Fanto, die Tochter des österreichischen Erdölmagnaten David Fanto.
    1907 erhielt Hugo Schüller zur gleichen Zeit wie Georg Kapsammer ein Primariat am Kaiser Franz Joseph-Ambulatorium (dem späteren Mariahilfer Ambulatorium und Spital in der Sandwirtgasse in Wien). Kapsammer wurde Vorstand der Ersten, Schüller Vorstand der Zweiten Urologischen Abteilung, die er bis 1938 leitete. Dazu ist in den Unterlagen der Wiener Ärztekammer vermerkt: „Eingetreten: 1902. Ausgetreten am 30. Mai 1938. Praxisabmeldung Z 3142/38“. Im selben Jahr floh Hugo Schüller nach London.

    Hugo Schüller gehörte bis zu seiner Emigration zu den bedeutendsten Urologen in Wien. So publizierte er etwa zur „Essentiellen Hämaturie“ (1903–1905), „Lordotischen Albuminurie“ (1924) sowie zu „Blasentumoren bei Anilinarbeitern“ (1932). Er schrieb auch über die „Argyrie der Blase“ (1935) und über „Verjüngungsoperationen bzw. zur Steinach’schen Zwischenzellenlehre“ (1929). So schreibt er 1929: „... ich habe vor ungefähr 20 Jahren, soweit mir bekannt, als Erster erfolgreiche Transplantationen von Hoden, und zwar am Steinach-Institut in Prag und dies an jungen Ratten ausgeführt ...“.

    Mit Schüllers Namen verbindet man in der „Wiener Urologie“ vor allem die Radiumtherapie urologischer Erkrankungen. Vor und im Ersten Weltkrieg beschäftigte er sich vor allem mit Radium-Emanation, also der Bestrahlung von Blasen und Prostatakarzinomen durch transurethale Einbringung von radioaktivem Material. In einem Vortrag 1933 schrieb er: „... ich möchte ergänzend hinzufügen, daß die Bestrahlungen mit Radium-Emanation zuerst hier in Wien durchgeführt wurden, mittels in Tierkohle gestapelter Emanation; dieses Präparat wurde vom Arbeitsministerium erzeugt und ich konnte über an der Klinik durchgeführte, zum Teil sehr erfolgreiche, Bestrahlungen auf dem Naturforscherkongreß 1913 in Wien berichten ...“.

    Von Lili Fanto, der Mutter seiner beiden Söhne Herbert und George, war Hugo Schüller 1917 geschieden worden, nachdem Lili Fanto während Hugo Schüllers Militärdienst eine Beziehung mit Hermann Blau eingegangen war, dem Mann von Hedwig Rosenthal. Der Scheidungsprozess wurde zum schmerzhaften öffentlichen Ereignis.
    Hugo Schüller heiratete danach Maria Schiff, die 1938 als Katholikin in Wien blieb.
    Nach London emigriert, wurde Hugo Schüller als "feindlicher Ausländer" auf der Isle of Man interniert, wie viele andere jüdische Flüchtlinge aus dem Deutschen Reich. Erst 1939 gelang es ihm nach New York zu emigrieren.
    Hugo Schüller lebte bis zu seinem Tod 1968 in den USA.

    Quellen:
    Marjorie Perloff, The Vienna Paradox. A Memoir. New York 2004
    http://urologie.universimed.com/artikel/karl-gagstatter-und-hugo-sch%C3%BCller (Stand: 20.2.2012) 
    Gestorben 1968 
    Notizen 
    Personen-Kennung I12902 
    Zuletzt bearbeitet am 21 Feb 2012 

    Vater Sigmund Schüller,   geb. 1840,   gest. 1911  (Alter 71 Jahre) 
    Mutter Emma Kohn,   geb. 1847,   gest. 1934  (Alter 87 Jahre) 
    Familien-Kennung F31792  Familienblatt

    Familie 1 Lili Fanto,   geb. 1883,   gest. 1985  (Alter 102 Jahre) 
    Geschieden 1917 
    Kinder 
    +1. Herbert Schüller,   geb. 1905, Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 2003, 235 Walker Street, Lenox, Massachusetts, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 98 Jahre)
    +2. George Schüller,   geb. 1909
    Zuletzt bearbeitet am 29 Dez 2011 
    Familien-Kennung F31793  Familienblatt

    Familie 2 Maria Schiff,   geb. 1888,   gest. 1971  (Alter 83 Jahre) 
    Verheiratet nach 1918 
    Zuletzt bearbeitet am 29 Dez 2011 
    Familien-Kennung F31804  Familienblatt

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