Dr. Dr. Nadja Brodsky (Stein, Ornstein)

Dr. Dr. Nadja Brodsky (Stein, Ornstein)

weiblich 1891 - 14 Dez 1961  (69 Jahre)

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  • Name Dr. Dr. Nadja Brodsky (Stein, Ornstein) 
    Titel Dr. Dr. 
    Geboren 02 Feb 1891  Kostelec nad Cernými lesy (Schwarzkosteletz), Stredoceský kraj, Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht weiblich 
    Emigration 1896  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Education von 1916 bis 1919  Zürich, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Studium der Nationalökonomie und Soziologie 
    Occupation/Beruf vor 1916  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Lehrerin am Mädchenlyceum (Schwarzwaldschule) 
    Education 1919  Zürich, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Promotion über "Politische Statistik - 25 Jahre Gross Zürich" 
    Emigration um 1920  Ungarn Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Event 1924  Israel/Palästina Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Palästinareise zu einem Führerseminar der Keren Kajemet 
    Event 1925  United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Emigration um 1930  Berlin, Berlin, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Emigration 1932  Israel/Palästina Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Residence von 1932 bis 1961  Israel/Palästina Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Lebenslauf Nadja Brodsky wurde 1891 in Kostel in Mähren geboren. Als sie vier Jahre alt war starb ihr Vater an Lungenentzündung. Ihre Mutter zog mit ihren drei Töchtern nach Wien, wo ihre Brüder als Ärzte tätig waren, und fand selbst Arbeit als Hebamme. Im Alter von sechzehn Jahren begann Nadja ein Studium als Lehrerin und arbeitete als private Tutorin. Reisen führten sie nach Russland und in andere Länder Europas. Aktiv in pazifistischen, sozialistischen und in Frauenrechtsfragen engagierten Kreisen lernte sie auch ihren späteren Mann Herbert Andor Ornstein kennen. Nach Beendigung ihrer Ausbildung arbeitete sie zunächst an der bekannten "Schwarzwaldschule", dem progressiven Mädchenlyceum in Wien und besuchte Vorlesungen von Freud und Adler, bevor sie 1916 nach Zürich ging um dort Ökonomie und Soziologie zu studieren.
    1917 heiratete sie Herbert Andor Ornstein.
    1919 promovierte sie in Zürich über "Politische Statistik - 25 Jahre Gross Zürich". Gemeinsam mit ihrem Mann kehrte sie für einige Zeit nach Wien zurück und wurde nun mit dem Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus Osteuropa konfrontiert, eine Entwicklung die dazu führte, dass sie sich der zionistischen Bewegung anschloss um für eine politische Souveränität für die entwurzelten Juden Europas zu kämpfen.
    1921 nahm sie an der Gründungsversammlung der "Women’s Interational Zionist Organization" (WIZO) in Karlsbad teil. In Rumänien gründete sie die erste zionistische Frauenorganisation nach dem Krieg und organisierte Hilfe für mehr als 6000 Flüchtlinge der ukrainischen Pogrome, und verbreitete die zionistischen Ideen in Artikeln und Vortragsreisen. 1924 besuchte sie Palästina und veröffentlichte eine Broschüre unter dem Titel "The Chaluza". 1925 bemühte sie sich um die Immigration jüdischer Flüchtlinge nach Kanada und arbeitete eng mit Organisationen in New York zusammen.
    Nach ihrer Rückkehr siedelte sich dei Familie in Berlin an. Nadja Ornstein gründete die lokale Organisation der WIZO, leitet ihr Büro und warb für den Zionismus, erneut schreibend und auf Vortragsreisen durch Polen, Rumänien, Ungarn und Holland. Im Frühjahr 1932 wurde sie erneut nach Palästina entsandt, nun um für den Einsatz von Dokumentarfilmen und anderen visuellen Mitteln in der Erziehung zu werben.
    Angesichts des Aufstiegs der Nationalsozialisten in Deutschland entschloss sie sich in Palästina zu bleiben und arbeitete fortan für das WIZO-Büro in Tel Aviv, mit den unterschiedlichsten Aufgaben. Nach der Staatsgründung war sie vor allem in der Siedlungsplanung tätig, um den massiven Einwanderungsstrom bewältigen zu können. Dabei warb sie auch für Siedlungsformen mit zentralen Serviceeinrichtungen, die die Frauen entlasten sollten, die in die Doppelrolle von Berufstätigkeit und Familienfürsorge gedrängt wurden - ohne dass die Männer diesen Schritt mitvollzogen hätten. 1949 bereiste sie die Benelux-Länder um die Verbindungen zur dortigen WIZO auszubauen. Es folgten Reisen in die USA, nach Großbritannien, Schweden und Dänemark, um dortige Siedlungsprojekte zu studieren. In den 1950er jahren widmete sie sich auch dem Schicksal vieler deutschsprachiger Einwanderer, die in Israel Außenseiter blieben und die hebräische Sprache nie vollkommen zu beherrschen lernten. Für ihr Engagement für den den "Club der Großeltern" wurde sie 1955 ausgezeichnet. Auch ein "Golden Age Cultural Club Center" wurde von ihr ins Leben gerufen. 1961 starb Nadja Ornstein in Israel.
    (Quelle: Michaela Aloni)

    Publikationen:
    Ornstein-Brodsky, Nadja: Die Gemeindeabstimmungen in Zürich von
    1893 bis 1917. [Mit 11 Tabellen im Text.] Wien, Genossenschaftsverlag der „Neuen Erde". Druck- und Verlagsanstalt
    „Vorwärts", Wien. XII, 180 S. und ein Plan. S». [8. II. 19.] Zürich. Univ. Staatswiss. Diss. 1921/22.

    Nachlass:
    http://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/projekte/jerusalem/links/cza_090606.pdf 
    Biography Nadja Brodsky was born in t1891 in Kostel, Moravia. When she was four years old her father died of pneumonia. Her mother moved with her three daughters to Vienna, where her brothers were working as doctors, and she found herself working as a midwife. At the age of sixteen, she began her studies as a teacher and Nadya worked as a private tutor. Travels took her to Russia and other countries in Europe. Active in pacifist, socialist and feminist issues, she met her future husband Herbert Andor Ornstein . After completing her education she worked at the famous "Black Forest School," the progressive Mädchenlyceum (girl school) in Vienna and attended lectures by Freud and Adler, before she went to Zurich in 1916 to study economics and sociology there.
    In 1917 she married Herbert Andor Ornstein.
    In 1919 she graduated in Zurich with her thesis entitled "Political Statistics - 25 Years of Great Zurich". Together with her husband, she returned to Vienna for some time and was now confronted with the fate of Jewish refugees from Eastern Europe, a development which led her to join the Zionist movement to fight for political sovereignty for the displaced Jews of Europe.
    In 1921 she attended the inaugural meeting of "Women's Zionist Organization Interational" (WIZO) held in Carlsbad. In Romania, she founded the first Zionist women's organization after the war and organized help for more than 6,000 refugees from the Ukrainian pogroms, and spread the Zionist ideas in articles and lectures. In 1924 she went to Palestine and published a brochure titled "The Chaluza". In 1925 she sought the immigration of Jewish refugees to Canada and worked closely with organizations in New York.
    Upon their return, the family settled in Berlin. Nadja Ornstein founded the local organization of WIZO, managed the office and campaigned for Zionism, again writing and lecture tours through Poland, Romania, Hungary and Holland. In spring 1932 she was sent again to Palestine, now in order to promote the use of documentaries and other visual media in education.
    Given the rise of the Nazis in Germany, she decided to remain in Palestine and began working for the WIZO office in Tel Aviv, on a variety of matters. After the founding of the state she was mainly involved in urban planning, in order to cope with the massive flow of immigration. She also promoted the settlement patterns of central service facilities, which should relieve the women who were forced into the dual roles of work and family care. In 1949 she toured the Benelux countries to strengthen the links with the local WIZO. It was followed by trips to the United States, Great Britain, Sweden and Denmark to study local housing projects. In the 1950s she also devoted herself to the fate of many German immigrants who remained in Israel and who never completely learned the Hebrew language. For her commitment to the "Club of Grandparents," she received an award in 1955. In addition, a "Golden Age Club Cultural Center" was founded by her in her lifetime. Nadja Ornstein died in 1961 in Israel.
    (Source: Michaela Aloni)

    Publications:
    Ornstein-Brodsky, Nadja: Die Gemeindeabstimmungen in Zürich von
    1893 bis 1917. [Mit 11 Tabellen im Text.] Wien, Genossenschaftsverlag der „Neuen Erde". Druck- und Verlagsanstalt
    „Vorwärts", Wien. XII, 180 S. und ein Plan. S». [8. II. 19.] Zürich. Univ. Staatswiss. Diss. 1921/22.

    Papers:
    http://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/projekte/jerusalem/links/cza_090606.pdf  
    Gestorben 14 Dez 1961  Haifa, Haifa, Israel Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Notizen 
    • Quellen: Stammbaum Familie Goldstern (Martin Karplus)
    Personen-Kennung I12462 
    Zuletzt bearbeitet am 21 Mai 2012 

    Vater Michael Brodsky,   gest. 1896 
    Mutter Lisa (Louise) Goldstern,   geb. 30 Jun 1868,   gest. 29 Jan 1945  (Alter 76 Jahre) 
    Familien-Kennung F31623  Familienblatt

    Familie Herbert Andor Ornstein (Stein),   geb. 1894,   gest. 1972  (Alter 78 Jahre) 
    Verheiratet 1917  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
    +1. Lebend
    Zuletzt bearbeitet am 13 Sep 2011 
    Familien-Kennung F31624  Familienblatt

  • Ereignis-Karte
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    Nadja Bronsky (2.v.l.) zusammen mit ihren Schwestern Sylvia (links) und Lydia (rechts), sowie Eugenie Goldstern (2.v.l.)
    Nadja Bronsky (2.v.l.) zusammen mit ihren Schwestern Sylvia (links) und Lydia (rechts), sowie Eugenie Goldstern (2.v.l.)
    Nadja Bronsky (2.v.l.) zusammen mit ihren Schwestern Sylvia (links) und Lydia (rechts), sowie Eugenie Goldstern (2.v.l.)
    Nadja Brodsky
    Nadja Brodsky
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