Arnold Schönberg

Arnold Schönberg

männlich 1874 - 1951  (76 Jahre)

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  • Name Arnold Schönberg 
    Geboren 13 Sep 1874  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Religion 21 Mrz 1898  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Austritt aus der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 
    Religion 25 Mrz 1898  Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Konversion, getauft, evangelisch (Beitritt zur protestantischen Dorotheergemeinde in Wien) 
    Occupation/Beruf von 1925 bis Sep 1933  Berlin, Berlin, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Professur an der Preußischen Akademie der Künste (Komposition) 
    Emigration 1933  Paris Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Flucht vor NS-Verfolgung 
    Residence von 1933 bis 1934  Boston, Massachusetts, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Residence von 1933 bis 1934  New York City, New York, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Religion 24 Jul 1933  Paris, Ile-de-France, Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Re-Konversion zum Judentum 
    Emigration Aug 1933  United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Naturalization 1941  Los Angeles, California, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Amerikanische Staatsbürgerschaft 
    Occupation/Beruf Komponist, Maler 
    Occupation/Beruf University of Southern California, Los Angeles, California, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Professor für Komposition 
    Occupation/Beruf University of California, Los Angeles, California, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Professor für Komposition 
    Lebenslauf Arnold Schönberg wurde am 13. September 1874 in Wien Sohn des Schuhmachers Samuel Schönberg (20. September 1838 im damals ungarischen Szécsény – 31. Dezember 1889 in Wien) und der in Prag aufgewachsenen Pauline Nachod (7. April 1848 in Prag – 12. Oktober 1921 in Berlin) im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt, Brigittenau 393 (heute: Obere Donaustraße 5 im 20. Bezirk Brigittenau) geboren.
    Sein musikalischer Werdegang begann nach eigenen Worten bereits mit neun Jahren als Violinist und kompositorischer Autodidakt. Er besuchte das Bundesrealgymnasium Vereinsgasse in Wien Leopoldstadt. In dieser Zeit komponiert er Märsche und Polkas. Nach dem Tod seines Vaters 1889 war er gezwungen, für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Er verließ die Schule am 20. Januar 1890 und begann eine Lehre als Angestellter in der Wiener Privatbank Werner & Co. Seiner Begeisterung für Musik konnte er in diesen Jahren nur als Zaungast bei Freiluftkonzerten im Augarten sowie im Wiener Prater nachgehen; einen Teil seines Lohns investierte er in zahlreiche Opernbesuche, bei denen er vor allem die Bühnenwerke von Richard Wagner bevorzugte.
    Eigenen Erinnerungen zufolge verdankte Schönberg seine konsequente künstlerische Entwicklung drei Personen: Zum einen war es Oskar Adler, der ihm Grundkenntnisse in Musiktheorie, Poesie und Philosophie vermittelte, David Joseph Bach, der in Schönberg ein breites Bewusstsein für Ethik, Moral sowie den „Widerstand gegen Gewöhnlichkeit und Allerweltsvolkstümlichkeit“ weckte, und schließlich Alexander von Zemlinsky, den Schönberg 1895 durch den Eintritt als Cellist in das Amateurorchester „Polyhymnia“ kennen lernte. Der Dirigent erkannte das Talent Schönbergs und verhalf ihm 1898 zur (erfolgreichen) Aufführung des ersten Streichquartettes in D-Dur (ohne Opuszahl) im Bösendorfer-Saal des Wiener Musikvereins. Obwohl Schönberg einige Monate Kompositionsunterricht bei Zemlinsky nahm, hat er nach eigener Aussage das meiste durch das Studium der Werke großer Komponisten – vor allem Johannes Brahms, Richard Wagner, Gustav Mahler, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart – gelernt.
    Durch Zemlinsky konnte Schönberg im Musikleben von Wien und seiner Umgebung Fuß fassen. Nach der Kündigung des Bankpostens übernahm er Dirigate beim Mödlinger Gesangsverein „Freisinn“, dem Männergesangsverein Meidling sowie die Chormeisterstelle des Metallarbeiter-Sängerbunds Stockerau.
    Am 7. Oktober 1901 heiratete Schönberg Zemlinskys Schwester Mathilde (1877–1923) auf einem Standesamt in Preßburg, nachdem diese bereits im Frühjahr 1901 schwanger geworden war. Die kirchliche Trauung fand elf Tage später in der Lutherischen Stadtkirche in der Dorotheergasse in Wien statt. Arnold Schönberg und Mathilde Zemlinsky hatten zwei Kinder, Gertrud (1902–1947) und Georg (1906–1974). Richard Gerstl, der Schönberg bei seiner Malerei unterstützte, hatte ein Verhältnis mit Mathilde.
    Schönbergs erste Schülerin war Vilma von Webenau. Sie nahm bei ihm seit 1898/99 Harmonielehre- und Kompositionsunterricht und folgte ihm sogar bei seiner Übersiedlung nach Berlin im Dezember 1901. Er folgte einem Ruf Ernst von Wolzogens und übernahm vorübergehend die musikalische Leitung des im Januar 1901 gegründeten literarischen Kabaretts Überbrettl. 1902 begann er auf Einladung von Richard Strauss am Stern’schen Konservatorium Harmonielehre zu unterrichten, kehrte aber schon ein Jahr später nach Wien zurück, wo er persönliche Bekanntschaft mit Gustav Mahler machte.

    1904 war er Mitbegründer der Vereinigung schaffender Tonkünstler; Anton Webern und Alban Berg wurden seine Schüler. Die darauf folgenden Jahre bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren vom Schaffen bedeutender Werke geprägt: Es entstanden seine beiden ersten Streichquartette und die 1. Kammersinfonie (1906, UA 1907), deren Uraufführungen von Skandalszenen begleitet wurden, die Gurrelieder und seine Harmonielehre (1911) sowie „Pierrot Lunaire” (1912); besonders berühmt wurde das von ihm geleitete Skandal- oder Watschenkonzert vom 31. März 1913.
    1910 wurde seine Bewerbung um eine Kompositionsprofessur an der Wiener Akademie abgelehnt, worauf er ein Jahr später als Dozent an das Stern’sche Konservatorium nach Berlin zurückkehrte. 1915 wurde er zum Militär einberufen und als Reserveoffizier ausgebildet. Zunächst wurde Schönberg jedoch zurückgestellt, um 1917 erneut einberufen zu werden. Er absolvierte seinen Dienst in einer Militärkapelle. Schönberg schloss sich im Krieg, zumindest im privaten Briefwechsel mit Alma Mahler, dem Kriegsgeschrei und Chauvinismus seiner Landsleute an.
    Nach Kriegsende gründete er in Wien den „Verein für musikalische Privataufführungen”, der sich die Aufgabe gestellt hatte, neue und/oder von Schönberg und seinem Kreis als wichtig erachtete Werke aufzuführen. Zahlreiche Komponisten wie etwa Béla Bartók, Ferruccio Busoni, Claude Debussy, Gustav Mahler, Hans Pfitzner, Maurice Ravel, Max Reger, Alexander Skrjabin, Richard Strauss und Igor Strawinsky waren mit ihren Kompositionen in den Konzertprogrammen des Vereins vertreten. Die Aufführung sinfonischer Werke erfolgte in zum Teil heute noch gespielten Bearbeitungen für Kammerensemble.

    In Mödling unterrichtete er zu Hause (teilweise unentgeltlich) viele später bekannte Musiker und Komponisten, darunter Hanns Eisler, Rudolf Kolisch, Erwin Ratz, Max Deutsch und Karl Rankl.

    1921 begründete er die Methode der „Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen” (Zwölftontechnik), einer Kompositionstechnik, die er allerdings nicht lehrte und über die er sich nur selten äußerte. Nach dem Tod seiner Frau Mathilde am 18. Oktober 1923 in Mödling heiratete er am 28. August 1924 Gertrud Kolisch, die Schwester seines Schülers Rudolf Kolisch. Mit ihr hatte er drei Kinder: Nuria (* 1932, spätere Ehefrau des Komponisten Luigi Nono), Ronald (* 1937) und Lawrence (* 1941).

    Viele Jahre vergingen, bevor Schönberg als Komponist voll anerkannt wurde. 1925 berief ihn der Komponist Georg Schumann als Nachfolger Ferruccio Busonis an die Preußische Akademie der Künste, wo er einen Meisterkurs für Komposition übernahm. Diese Stelle wurde ihm aus rassistischen Gründen durch die NS-Gesetzgebung im September 1933 entzogen. Aus diesem Grund schloss er sich im Pariser Exil am 24. Juli 1933 dem jüdischen Glauben wieder an, den er 1898 aufgegeben hatte, um sich evangelisch taufen zu lassen. Einen Monat später emigrierte er in die USA. Seine Meisterklasse übernahm Gerhard von Keußler.
    Nach einem Jahr in Boston und New York war Schönberg jahrelang als Professor tätig, zunächst an der University of Southern California, dann an der University of California, Los Angeles. 1941 erlangte Schönberg die amerikanische Staatsbürgerschaft.[7] In den Vereinigten Staaten vollendete Schönberg einige seiner bekanntesten Werke, darunter sein viertes Streichquartett (1936), seine Vertonung von Kol Nidre (1939), ein Klavierkonzert (1942) sowie „Ein Überlebender aus Warschau“ (1947) für Sprecher, Männerchor und Orchester, das die Erfahrungen eines Mannes im Warschauer Ghetto thematisiert. In dieser Zeit schrieb er auch vier seiner theoretischen Bücher: Models for Beginners in Composition (Modelle für Anfänger im Kompositionsunterricht, 1943), Structural Functions of Harmony (Die formbildenden Tendenzen der Harmonie, hrsg. 1954), Preliminary Exercises in Counterpoint (Vorübungen im Kontrapunkt, hrsg. 1963) und Fundamentals of Musical Composition (Grundlagen der musikalischen Komposition, hrsg. 1967). Von 1948 bis 1950 entspann sich zwischen Schönberg und Thomas Mann eine Kontroverse um dessen Roman Doktor Faustus, in dem die „Erfindung“ der Zwölftontechnik dem Romanhelden, einer Fiktivperson namens Adrian Leverkühn, zugeschrieben wird.[8]

    Bei Schönbergs Tod am 13. Juli 1951 waren drei seiner Werke mit religiösem Inhalt unvollendet, nämlich die Kantate Die Jakobsleiter, die Oper Moses und Aron sowie der Zyklus Moderne Psalmen. Moses und Aron ist jedoch in der zweiaktigen Form ein großer Erfolg geworden; die dramatische Gegenüberstellung von Prophet und Priester ist eines der ausdrucksstärksten Werke Schönbergs.

    Am 14. September 1949 wurde ihm die Bürgerurkunde seiner Heimatstadt Wien verliehen. Am 13. Juli 1951 erlag Schönberg einem Herzleiden, nachdem er bereits 1946 einen Herzinfarkt erlitten hatte.

    Das Ehrengrab Arnold Schönbergs am Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C Nummer 21A) gestaltete Fritz Wotruba.
    Schönbergs umfangreicher Nachlass (Musikmanuskripte, Textmanuskripte, historische Fotos, Schönbergs Bibliothek ...) wurde zunächst im Arnold Schoenberg Institute an der University of Southern California, Los Angeles aufbewahrt. 1998 wurden diese Materialien nach Wien ins Arnold Schönberg Center transferiert, wo sie seither von Archivbenutzern eingesehen werden können.
    Im Jahr 1952 wurde in Wien Penzing (14. Bezirk) der Schönbergplatz nach ihm benannt. Im Mai 2011 wurde Arnold Schönbergs Nachlass, aufbewahrt im Arnold Schönberg Center in Wien, in das Memory of the World-Register der UNESCO aufgenommen.

    Werk und Wirkung
    Die ersten Kompositionen Schönbergs werden meist der Spät- bzw. Nachromantik zugerechnet. Sie zeichnen sich durch reich differenzierte Instrumentation aus. Schönberg experimentiert mit unterschiedlichsten Besetzungen, von der Kammermusik bis zum sehr großen Orchester (etwa in den Gurre-Liedern). Eine wichtige Brückenfunktion übernehmen hierbei die 1. Kammersinfonie für 15 Instrumente (1906) sowie die im gleichen Jahr begonnene, doch erst 1939 fertiggestellte Zweite Kammersinfonie für 19 Instrumente. Zahlreiche Kompositionen Schönbergs wurden im Wiener Musikvereinssaal uraufgeführt.
    Vielfach setzte Schönberg sich mit der Literatur der Romantik und des Fin de siècle auseinander: Er schrieb Orchesterlieder, lieferte Beiträge zur Chor- und Oratorienliteratur (Friede auf Erden nach Conrad Ferdinand Meyer, Gurre-Lieder nach Jens Peter Jacobsen/Robert Franz Arnold) wie auch zur Programmmusik (Streichsextett "Verklärte Nacht" nach Richard Dehmel, sinfonische Dichtung "Pelleas und Melisande" nach Maurice Maeterlinck).
    Ab 1908 komponierte Schönberg Werke, die den Boden der Dur-Moll-Tonalität verließen. Sein 2. Streichquartett gilt als ein Schlüsselwerk der atonalen Musik.
    Die Phase der sogenannten „Freien Atonalität“ führte nach Schönbergs Auffassung kompositorisch in eine Sackgasse, da für jede neue Komposition erst wieder ein neuer Material- und Regelkatalog entworfen werden musste. Nach zahlreichen Versuchen schrieb er seinem Schüler Josef Rufer im Juli 1921: „Heute habe ich etwas entdeckt, das die Überlegenheit der deutschen Musik für die nächsten hundert Jahre versichern wird.“
    1921 entwickelte Schönberg in Mödling seine „Methode des Komponierens mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“, auch bekannt geworden als „Zwölftontechnik“ oder „Dodekaphonie“. Diese Methode entstand unabhängig von jener des Komponisten Josef Matthias Hauer, der ebenfalls eine zwölftönige Kompositionstechnik entwickelt hatte, die allerdings mit Schönbergs Methode wenig gemeinsam hat. Mit diesem neuen System glaubte sich Schönberg nun in die Lage versetzt, jedem Werk theoretisch ein inneres Gefüge geben zu können. Ursprünglich nur als persönliche Lösung für einen persönlichen Konflikt gedacht, wurde die Zwölftontechnik von seinen Schülern enthusiastisch aufgegriffen, obgleich Schönberg sie in seinen Theoriestunden selbst nie gelehrt hat. Seine unmittelbaren Schüler erschlossen sie sich durch Analyse aus den Werken. Erst nach der Publikation von Lehrbüchern anderer (z. B. Studies in Counterpoint deutsch: Zwölfton-Kontrapunkt-Studien von Ernst Krenek im Jahr 1940) und durch die vehemente Fürsprache Theodor W. Adornos wurde sie ab 1945 rasch von vielen Komponisten, darunter auch von Igor Strawinskij (z. B. in "Agon", 1953–57), adaptiert. Schönberg benutzte die Zwölftontechnik bis ans Ende seines Lebens für sein Hauptwerk, für Gelegenheitswerke wie die Suite im alten Stile (G-Dur für Streichorchester 1934) oder Variationen für Blasorchester g-moll op.43a (1943) kehrte er zum tonalen System zurück.
    Schönberg schrieb auch selber die Libretti für die Opern "Die glückliche Hand" und "Moses und Aron" sowie für Oratorien und andere vokale Werke ("Die Jakobsleiter", "Ein Überlebender aus Warschau", "Israel exists again", "Moderner Psalm"). Geschult durch seine umfangreiche Lehrtätigkeit und anhaltende Korrespondenz sowie durch den Druck, seine Werke und Theorien fortwährend öffentlich verteidigen zu müssen, eignete er sich einen apodiktischen, oft polemischen Stil an, der analytische Schärfe mit hohem Ernst und gelegentlichem Pathos verbindet. Mehrere seiner Aufsätze und Essays sind als Grundlagentexte der Musikästhetik des 20. Jahrhunderts anzusehen.
    Der Einfluss Schönbergs auf die Musik des 20. Jahrhunderts kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die radikalen Entwicklungen der Kompositionstechnik und ihrer theoretischen Grundlagen, die von der Atonalität über die Zwölftontechnik zur seriellen Musik und schließlich zur Elektronischen Musik führten, wurden durch ihn angestoßen. Das breite Publikum haben er und seine Nachfolger allerdings noch nicht erobert – ungeachtet Schönbergs in einem Brief an Hans Rosbaud vom 12. Mai 1947 geäußerter Hoffnung: „Ich aber wünsche nichts sehnlicher (wenn überhaupt) als daß man mich für eine bessere Art von Tschaikowski hält – um Gotteswillen: ein bißchen besser, aber das ist auch alles. Höchstens noch, daß man meine Melodien kennt und nachpfeift.“

    Schönberg und die Malerei
    In den Jahren 1906–1912 sowie 1913 beschäftigte sich Schönberg intensiv mit der Malerei. Bereits zu Lebzeiten waren seine Bilder bei zehn Ausstellungen beteiligt, darunter bei der von seinem Freund und Kollegen Wassily Kandinsky initiierten Schau Der Blaue Reiter. Er hatte seine Gemälde Nächtliche Landschaft (1910) sowie sein Selbstporträt (von hinten) (1911) in die Ausstellung gegeben. Vielen kritischen Äußerungen ob seines Dilettantismus zum Trotz gewann das bildnerische Werk nach Schönbergs Tod immer mehr an Bedeutung und steht heute als eigenständige Position zwischen Malerzeitgenossen Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Richard Gerstl, Gustav Klimt, Max Oppenheimer und Albert Paris Gütersloh.
    Inhaltlich gliedert sich Schönbergs 361 Bilder umfassendes Werk in mehrere Genres: Neben zahlreichen Selbstporträts und Porträts besitzen vor allem seine „Visionen“ und „Blicke“ ein hohes Maß an Ausdruckskraft, des Weiteren existiert eine Reihe von Landschaftsbildnissen und Bühnenbildentwürfen zu eigenen Werken. Wie in seinen musikalischen Werken ist Schönbergs Kompositionsweise der etwa zwischen 1906 und 1911 geschaffenen Gemälde frei assoziierend, er malt nicht eines „schönen, liebenswürdigen“ Bildes wegen, sondern um „seine subjektive Empfindung zu fixieren“ (Wassily Kandinsky), sie sind als Ergebnisse innerer Notwendigkeit zu betrachten.
    Im Gegensatz zu seiner kompositorischen Tätigkeit, die er durch ein autodidaktisches Studium der „alten Meister“ selbst meisterhaft beherrschte, betrachtete sich Schönberg in bildnerischer Hinsicht als Amateur. Er besaß weder theoretische noch ästhetische Ausbildung, war jedoch nach eigenen Aussagen ein guter Zeichner mit einem zuverlässigen Gefühl für Proportionen und Maße. Inwieweit Schönberg seine Malerei mit seiner Musik in Verbindung sah, geht nicht eindeutig aus den vorhandenen Quellen hervor. Einerseits äußert er sich: „Malerei und meine Musik haben nichts gemein. Meine Musik ist das Resultat rein musikalischer Theorie und sollte nur hinsichtlich ihrer rein musikalischen Gegebenheiten bewertet werden.“ (1913). Andererseits „war es dasselbe für mich wie komponieren. Es gab mir die Möglichkeit, mich auszudrücken, meine Emotionen, Ideen und Gefühle mitzuteilen; das ist vielleicht der Schlüssel, diese Bilder zu verstehen – oder auch nicht.“ (1949). Tatsächlich scheint sich das eine Medium aufgrund von Schönbergs Dilettantismus als Maler nicht vom anderen ableiten zu lassen; das zwar ebenso expressiv veranlagte, jedoch theoretisch ausgefeilte Grundgerüst seines musikalischen Oeuvres steht in keinem Verhältnis zur unmittelbaren Spontaneität der Gemälde. 
    Gestorben 13 Jul 1951  Los Angeles, California, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Notizen 
    Personen-Kennung I7585 
    Zuletzt bearbeitet am 10 Jul 2015 

    Vater Samuel Schönberg,   geb. 20 Dez 1838, Szécsény, Nograd, Ungarn Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 31 Dez 1889, Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 51 Jahre) 
    Mutter Pauline Nachod,   geb. 7 Apr 1848, Praha (Prag), Hlavní mesto Praha, Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 12 Okt 1921, Berlin, Berlin, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 73 Jahre) 
    Familien-Kennung F662  Familienblatt

    Familie 1 Mathilde Zemlinsky,   geb. 7 Sep 1877,   gest. 18 Okt 1923, Mödling, Niederösterreich, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 46 Jahre) 
    Verheiratet 18 Okt 1901 
    Kinder 
     1. Gertrude Schönberg,   geb. 8 Jan 1902, Berlin, Berlin, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 24 Dez 1947, New York City, New York, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 45 Jahre)
     2. Georg Schönberg,   geb. 22 Sep 1906, Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 3 Jan 1974, Wien, Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 67 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 6 Jun 2015 
    Familien-Kennung F658  Familienblatt

    Familie 2 Gertrud Bertha Kolisch,   geb. 11 Jul 1898, Karlovy Vary (Karlsbad), Karlovarský kraj (Böhmen), Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 14 Feb 1967, Los Angeles, California, United States (USA) Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 68 Jahre) 
    Verheiratet 28 Aug 1924  Mödling, Niederösterreich, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
    +1. Lebend
     2. Lebend
    +3. Lebend
    Zuletzt bearbeitet am 10 Jul 2015 
    Familien-Kennung F656  Familienblatt

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    Arnold und Gertrud Schönberg
    Arnold und Gertrud Schönberg
    Arnold und Gertrud Schönberg
    Arnold Schönberg, 1948
    Arnold Schönberg, 1948
    Arnold Schönberg
    Los Angeles, 1948

    Fotos von Grabsteinen
    Ehrenmal für Arnold Schönberg
    Ehrenmal für Arnold Schönberg
    Ehrenmal für Arnold Schönberg
    Zentralfriedhof Wien
    gestaltet von Fritz Wotruba



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